Agentic Commerce: Welche Produktdaten ChatGPT und Google jetzt brauchen (ACP, UCP)
Von apvros e.U. (apvros PIM)Stand: 8 Min. Lesezeit
Was „Agentic Commerce“ meint
Klassische Suche liefert Links; ein KI-Agent liefert eine Auswahl – und kann im Idealfall den Kauf anstoßen. Damit ein Agent Ihr Produkt empfiehlt, muss er es verstehen: Was ist es, für wen passt es, was kostet es, ist es lieferbar? Diese Informationen kommen aus Produktfeeds und strukturierten Daten, nicht aus Werbetexten.
OpenAI: Agentic Commerce Protocol (ACP)
- 29. September 2025: OpenAI stellt „Instant Checkout“ in ChatGPT und das gemeinsam mit Stripe entwickelte, quelloffene ACP vor (OpenAI1). OpenAI nannte damals mehr als 700 Millionen wöchentliche ChatGPT-Nutzer.
- 24. März 2026: OpenAI erweitert ACP auf die Produktsuche: Händler teilen Produktfeeds und Aktionen über ACP. Gleichzeitig dürfen Händler wieder ihren eigenen Checkout nutzen, weil die erste Version von Instant Checkout laut OpenAI nicht flexibel genug war (OpenAI2).
- Spezifikation: agenticcommerce.dev3, Quellcode unter Apache 2.0 auf GitHub4.
Pflichtfelder im ChatGPT-Produktfeed
Die aktuelle Feed-Spezifikation von OpenAI5 akzeptiert JSONL, CSV, TSV und TXT (auch gzip) und verlangt neun Pflichtfelder:
| Feld | Inhalt | Hinweis |
|---|---|---|
| item_id | Eindeutige Artikel-ID | stabil halten |
| title | Produkttitel | ca. 150 Zeichen |
| description | Beschreibung | ca. 5.000 Zeichen |
| url | Produktseite | |
| brand | Marke | |
| seller_name | Verkäufer | |
| image_url | Hauptbild | |
| availability | in_stock, out_of_stock, pre_order, backorder, unknown | ohne Wert wird die Zeile abgelehnt |
| price | Preis mit Währung, z. B. „79.99 USD“ |
- gtin ist optional, muss aber gültig sein (8, 12, 13 oder 14 Stellen mit korrekter Prüfziffer).
- mpn nur zusammen mit der Marke – die Spezifikation warnt ausdrücklich davor, einen Wert als Ersatz für eine fehlende GTIN zu erfinden.
- Varianten werden über group_id und variant_dict zusammengefasst.
Ältere Anleitungen im Netz nennen noch die Feldnamen id und enable_search. Maßgeblich ist die aktuelle Spezifikation.
Google: Universal Commerce Protocol (UCP) und AP2
- 11. Januar 2026: Google stellt UCP vor – mitentwickelt mit Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart, für Checkout, Identity Linking und Order Management; Anbindung über REST, MCP oder A2A. Genutzt wird es im AI Mode der Google-Suche und in der Gemini-App; Voraussetzung ist ein Merchant-Center-Konto (Google Developers Blog6, Spezifikation: ucp.dev7).
- 16. September 2025: Google veröffentlicht das Agent Payments Protocol (AP2) für Zahlungen, die ein Agent im Auftrag eines Nutzers auslöst – mit kryptografisch signierten „Mandates“ als Nachweis des Auftrags (Google Cloud Blog8).
- Merchant Center: Pflichtattribute sind id, title, description, link, image_link, availability und price; brand ist für Neuware Pflicht, gtin wird dringend empfohlen (Google Merchant Center9). Google empfiehlt, strukturierte Daten auf der Produktseite und einen Merchant-Center-Feed zu kombinieren (Google Search Central10).
Was Händler und Hersteller jetzt vorbereiten
- GTINs prüfen – Länge und Prüfziffer, Dubletten, fehlende GTINs bei Eigenmarken (bei GS1 beantragen statt erfinden).
- Pflichtfelder je Kanal festlegen – ChatGPT, Google, Marktplätze haben unterschiedliche Pflichtfelder und Längen.
- Fakten statt Floskeln – Agenten vergleichen Merkmale. Maße, Material, Lieferumfang und Kompatibilität gehören in Felder, nicht nur in Fließtext.
- Widersprüche beseitigen – ein Agent, der „warmweiß“ im Titel und 6.500 K im Merkmal findet, wird unsicher.
- Feeds aktuell halten und prüfen – Preis und Verfügbarkeit müssen stimmen; nach einer Änderung sollte nachweisbar sein, dass der Feed sie enthält.
- Agenten den Zugriff auf eigene Daten geben – intern über Protokolle wie MCP, mit klaren Rechten.
Wie apvros PIM dabei hilft
Mit Kanälen und Schnittstellen legen Sie Pflichtfelder je Kanal fest und lassen Feeds in JSON, CSV oder XML von der KI mappen. Automationen prüfen GTINs („ist gültige GTIN“), die Widerspruchsprüfung findet Konflikte zwischen Text und Merkmal, und über den MCP-Zugang arbeiten Microsoft Copilot, ChatGPT oder Claude mit Ihren Produktdaten – mit den Rechten des Benutzers. Einen fertigen ACP- oder UCP-Konnektor bringt apvros PIM nicht mit; ein Feed nach der OpenAI-Spezifikation ist eine beschriebene Export-Schnittstelle.
Häufige Fragen
Was ist das Agentic Commerce Protocol (ACP)?
ACP ist ein offenes Protokoll von OpenAI, gemeinsam mit Stripe entwickelt und im September 2025 vorgestellt. Seit März 2026 dient es vor allem dazu, dass Händler Produktfeeds und Aktionen für die Produktsuche in ChatGPT bereitstellen.
Was ist das Universal Commerce Protocol (UCP)?
UCP ist ein offenes Protokoll von Google, im Januar 2026 vorgestellt und mit Händlern wie Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart entwickelt. Es regelt Checkout, Identity Linking und Order Management für KI-Agenten in der Google-Suche und Gemini.
Welche Produktdaten braucht ChatGPT?
Laut OpenAI-Feed-Spezifikation neun Pflichtfelder: item_id, title, description, url, brand, seller_name, image_url, availability und price. Die GTIN ist optional, muss aber gültig sein, wenn sie angegeben wird.
Quellen
- 1Buy it in ChatGPT: Instant Checkout and the Agentic Commerce Protocol · OpenAI, 29.09.2025
- 2Powering product discovery in ChatGPT · OpenAI, 24.03.2026
- 3Agentic Commerce Protocol
- 4GitHub · github.com
- 5Product Feed Spec · OpenAI
- 6Under the Hood: Universal Commerce Protocol (UCP) · Google Developers Blog, 11.01.2026
- 7ucp.dev · ucp.dev
- 8Announcing Agent Payments Protocol (AP2) · Google Cloud, 16.09.2025
- 9Produktdatenspezifikation · Google Merchant Center
- 10Strukturierte Daten für Produkte · Google Search Central
Alle Quellen zuletzt geprüft im Oktober 2026.